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Virtuelle San-Arena Erlangen

Datenblatt: Akutes Koronarsyndrom - Herzinfarkt (Diabetes)

Spezifikation

Fall

Meldung

Erste Hilfe (EH)

Sie werden von einem Nachbarn um Hilfe gebeten.

Schulsanitätsdienst (SSD)

Die Schulsanitätergruppe, bei der sie eingeteilt sind, wird alarmiert.

Sanitätsdienst (San)

Bei einer Sanitätsabstellung werden sie von einem Besucher zu einem Patienten geführt.

Rettungsdienst (RD)

Sie erhalten den Einsatzauftrag: 'Akutes Koronarsyndrom - Herzinfarkt (65: Notarzteinsatz - internistischer Notfall) - Cardia 1'.

Situation vor Ort

allgemein

Am Einsatzort finden sie einen beleibten sitzenden Patienten vor. Er bekommt schlecht Luft, wobei brodelnde Atemgeräusche zu hören sind.

Mimen

Mime 1 - Patient

Kenndaten

Fachgebiete

  • I - Internistischer Notfall 

Notfallarten

  • Akutes Koronarsyndrom - Herzinfarkt (Diabetes) 

Körperregionen

  • Rumpf 

Körperteile

  • Brustkorb - Erkrankung Herz

Person

Alter

  • > 60  Jahre

Spiel

Rolle

  • sitzt 

  • bekommt schlecht Luft 

  • behauptet bis jetzt immer gesund gewesen zu sein 

  • klagt über leichtes Sodbrennen 

  • klagt über Übelkeit 

Befund

Bewusstsein

  • Lage: orientiert 

  • Schmerzen: ohne Befund 

  • Pupillen: ohne Befund 

Atmung

  • Lage: Rasselgeräusche 

  • Frequenz: ohne Befund 

  • Rhythmus: ohne Befund 

  • Geräusch: ohne Befund 

  • Bewegung: ohne Befund 

Kreislauf

  • Lage: ohne Befund 

  • Frequenz: 140 1/min

  • Rhythmus: ohne Befund 

  • Blutdruck: 160/100 

  • Blutsauerstoff: 90 %

  • Blutzucker: ohne Befund 

  • Temperatur: ohne Befund 

Erkrankungen

  • Akutes Koronarsyndrom (Herzinfarkt) als Folge langjähriger Zuckerkrankheit 

Verdachtsdiagnose

  • Akutes Koronarsyndrom 

Maßnahmen

Lagerung

Rückenlage - Atemnot

Hilfeleistungen

Abdeckung

Notfallarten

  • Akutes Koronarsyndrom - Herzinfarkt (Diabetes) 

Material

Ausrüstung

  • Sauerstoffgerät  (San)

Anmerkungen

Leitsymptom Akutes Koronarsyndrom

Allgemeines Leitsymptom beim Akuten Koronarsyndrom ist der Thoraxschmerz beziehungsweise ein thorakales Druck- oder Engegefühl. Dieses tritt häufig hinter dem Brustbein auf und wird von den Betroffenen als Druck, Enge, Brennen oder Beklemmungsgefühl beschrieben. Die Schmerzen sind meist nicht punktgenau lokalisierbar, sondern breiten sich flächig im Brustraum aus und können in herznahe Körperregionen ausstrahlen.

Bei Männern stehen dabei typischerweise starke Brustschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm, die Schulter oder den Unterkiefer im Vordergrund.

Bei Frauen treten hingegen häufiger unspezifische Beschwerden auf, wie Luftnot, Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen, Rückenschmerzen (insbesondere im Bereich zwischen den Schulterblättern), Schmerzen im Kiefer- oder Nackenbereich sowie ausgeprägte Müdigkeit oder Schwäche. Brustschmerzen können vorhanden sein, sind jedoch oft weniger ausgeprägt oder fehlen in Einzelfällen.

Aufgrund dieser unterschiedlichen Symptomatik muss insbesondere bei Frauen auch bei unklaren Beschwerden im Oberbauch, Rücken oder bei plötzlicher Luftnot an ein Akutes Koronarsyndrom gedacht werden.

Abbildung: Schmerzausbreitung Akutes Koronarsyndrom

AED einsatzbereit machen bei Akutem Koronarsyndrom

Die routinemäßige Anwendung von Defibrillationselektroden bei Patienten mit Akutem Koronarsyndrom verkürzt die Zeit bis zur ersten Defibrillation, was nachweislich das Überleben bei einem Herzstillstand außerhalb der Klinik erhöht.

Sauerstoffgabe beim Akuten Koronarsyndrom

Sauerstoff wird nicht automatisch bei allen Patienten mit einem Herzinfarkt empfohlen. Er sollte nur gegeben werden, wenn die Sauerstoffsättigung unter 90  % liegt. Bei Herzinfarkt-Patienten mit einer Sauerstoffsättigung von 90  % oder mehr sollte kein Sauerstoff gegeben werden.

Studien zeigen, bei einer Sauerstoffsättigung von über 90  % bringt zusätzlicher Sauerstoff keinen Nutzen für das Herz und kann sogar schaden.

Abgrenzung Angina Pectoris / Herzinfarkt

Wenn die Beschwerden länger als 20 Minuten andauern und nach der Gabe von Nitro-Spray keine Besserung eintritt, besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt. Im Gegensatz zum Herzinfarkt können sich die Beschwerden bei der Angina Pectoris durch die Anwendung von Nitroglycerin bessern.

Differentialdiagnose Akutes Koronarsyndrom

Der Begriff akutes Koronarsyndrom (ACS - Acute coronary syndrome) beschreibt ein Spektrum von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch den Verschluss oder die hochgradige Verengung eines Herzkranzgefäßes verursacht werden.

  • ST-Hebungsinfarkt (STEMI - ST-segment elevation myocardial infarction)

  • Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI - non ST-segment elevation myocardial infarction)

  • instabile Angina pectoris (UA - unstable angina pectoris)

Eine genaue Diagnose erfolgt über die Elektrokardiographie (EKG) und die Messung biochemischer Marker (insbesondere kardiales Troponin):

  • ST-Hebungsinfarkt: ST-Streckenhebung im EKG, Anstieg von Troponin

  • Nicht-ST-Hebungsinfarkt: unspezifischer EKG-Befund, Anstieg von Troponin

  • instabile Angina pectoris: unspezifischer EKG-Befund, kein Anstieg von Troponin

Abbildung: Differentialdiagnose Akutes Koronarsyndrom

Die Differentialdiagnose 'ST-Hebungsinfarkt' kann am Einsatzort erhoben werden und muss zur unmittelbaren Vorstellung (< 90 min) des Patienten in einem Herzkatheterlabor führen.

Eine Unterscheidung zwischen 'Nicht-ST-Hebungsinfarkt' und 'instabile Angina pectoris' kann erst in der behandelnden Klinik getroffen werden.

Glossar

Herzinfarkt

Bei einem Herzinfarkt werden eines oder sogar mehrere Herzkranzgefäße durch Blutgerinnsel vollständig verstopft. Das dahinterliegende Herzmuskelgewebe wird nicht mehr mit Blut versorgt und stirbt innerhalb kürzester Zeit (15 bis 30 Minuten) nach und nach ab. Abgestorbene Herzmuskelzellen regenerieren sich nicht mehr, sie vernarben und können die Funktion des Herzens einschränken (sogenannte Herzinsuffizienz) oder es sogar vollständig zum Erliegen bringen.

In der Akutphase eines Herzinfarktes treten häufig gefährliche Herzrhythmusstörungen auf. Auch kleinere Infarkte führen nicht selten zum Kammerflimmern.

Mime 2 - Anwesender

Spiel

Rolle

  • führt Helfer zum Patienten 

Mime 3 - Ehepartner

Spiel

Rolle

  • spricht Patienten Mut zu 

  • wiederspricht Patienten und erklärt den Helfern, dass der Patient Medikamente gegen zu hohen Blutdruck nimmt und seit 15 Jahren an Diabetes leidet 

  • berichtet, dass der Patient auf den Weg zum jetzigen Aufenthaltsort sich bereits einmal übergeben habe 

Kommentar

fehlende Schmerzen

Die fehlenden Brustschmerzen sind auf die Zuckerkrankheit des Patienten zurückzuführen. Der Diabetes zerstört die Gefäße und Nervenfasern, wodurch das Schmerzempfinden gestört ist.

Historie

Version

Autor

Datum

Bemerkung

0.1

THUMSER, A.

2004-06-12

Beitrag MEYER, S. Wettbewerb 'Fallbeispiele'

0.2

THUMSER, A.

2005-01-06

Update nach Übung 2005-01-05

Zusammenfassung - Sequenz

Abdeckung

Notfallarten

  • Akutes Koronarsyndrom - Herzinfarkt (Diabetes) 

Notfallorte

  • keine 

Material

Ausrüstung

  • Sauerstoffgerät  (San)